Naturschiefer findet sich in unterschiedlichsten Qualitäten. Je nach vorgesehener Verwendung muss das passende Material gewählt werden. Hochfeste Schieferplatten mit harter Oberfläche und dünner Spaltbarkeit sind zur Dachdeckung gefragt. Plattenstärken von nur wenigen Millimetern eignen sich für flächige Wandverkleidungen. Platten von etwa einem Zentimeter Stärke sind als Bodenbelag hoch belastbar und werden in kalibrierter Ausführung auf Zahnspachtelung geklebt oder als beidseitig spaltraues Material in Mittelbett verlegt. Materialstärken von 2 bis 3 Zentimeter finden Verwendung als Fenstersimse oder Treppenstufen.

Farbliche Sortierung ermöglicht die Schaffung unterschiedlicher Eindrücke. Sowohl grosse Flächen in der selben Farbe als auch Ornamente sind möglich, die sich durch wechselnde Verlegungsarten oder farbliche Nuancierungen ergeben.

Farbschwankungen im Schiefer durch Dendriten-Auflagerungen beeinträchtigen die Qualität des Schiefers nicht. Die Dendriten
ca. 1-10 cm gross, sind rundlich oval oder unregelmässig geformte hellgrau weissliche Flecken, sie werden auch Loben und Flores genannt.
Im Laufe der Zeit wittern diese Auflagerungen bei Dachschiefer überwiegend ab.

Innerhalb Europas liegen verschiedene Schieferregionen. Zu den bekanntesten zählen die Rheinischen Schieferlagen. Das Rheinische Schiefergebirge ist eines der Deutschen Mittelgebirge und erstreckt sich über Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland). Auch Landesteile von Luxemburg, Frankreich und Belgien sind geologisch dem Rheinischen Schiefergebirge zuzuordnen. Im regionalen Sprachgebrauch finden sich zahlreiche Begriffe, die sich über Generationen erhalten haben, was von der hohen Bedeutung des Schieferbergbaus zeugt. So spricht die Mundart im Hunsrück von der Lay und führt das Wort als Teil vieler Ortsnamen - Der Schiefer im Bergwerk, insbesondere der Dachschiefer wird als " Layen " bezeichnet, der Bergmann im Stollen ist ein " Layenbrecher " der sogenannte Schieferbrecher.


Anmerkung zum Begriff Naturschiefer:
Das Wort Naturschiefer hat sich im allgemeinen Sprachgebrauch etabliert, dieser Begriff kann dienlich sein, um eine klare Abgrenzung zu Kustschiefer zu treffen. Generell ist diese Wortschöpfung dennoch unsinnig, da Schiefer aus sich heraus schon ein reiner Naturstein ist.
Kunstschiefer spielte vor einigen Jahrzehnten eine temporäre Rolle, als der traditionell verwendete Naturschiefer wegen lohnbedingter hoher Kosten sehr teuer wurde. Durch effizientere Fertigungsmethoden und die Erschliessung internationaler Gewinnungsstätten hat sich der Preis für Schiefer dem anderer Baustoffe soweit angenähert, dass Schiefer wieder in seiner natürlichen Form rentabel eigesetzt werden kann. Die Verwendung eines oft schadstoffbelasteten Kunstproduktes ist nicht mehr zeitgemäss und aus finanzieller Sicht auch nicht mehr notwendig.
Unter ökologischen Gesichtspunkten gibt es nur wenige Alternativen zur Verwendung natürlicher Baumaterialien wie Naturschiefer und anderen Natursteinen
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